Erhard, Gabriele

Gabriele Erhard erhielt ihre Gesangsausbildung bei Ks. Prof. Brigitte Fassbaender an der Hochschule für Musik in München, wo sie 1990 ihr künstlerisches Diplom mit Auszeichnung absolvierte und bis 1992 in der Meisterklasse bei Prof. Daphne Evangelatos studierte. Sie war Stipendiatin bei der Studienstiftung des Deutschen Volkes, des Dt. Bühnenvereins, des Bayerischen Musikrats und der Richard Wagner Gesellschaft.

Mit dem klassischen Repertoire des lyrischen Mezzosoprans (Cherubino, Dorabella, Cenerentola, Olga, Niklas, Annius, Sesto, Suzuki, 2. Dame, Hänsel, Mercedes und auch Carmen) gastierte Gabriele Erhard sowohl im In- als auch Ausland. So z.B. an den Opernhäusern in Montpellier (Opéra Comédie), Cardiff und London (Welsh National Opera), Amsterdam (Nederlandse Opera), Gelsenkirchen, Erfurt, Halle (auch Händelfestspiele als Amastris in „Xerxes“) und an der Staatsoper Stuttgart, wo sie an der Uraufführung von Hans Zenders „Don Quichote“ in verschiedenen Rollen mitwirkte. Zur Wiedereröffnung des Prinzregententheaters in München 1996 sang sie mit großem Erfolg die Partie des Octavian.
Mit ihrer Interpretation der Cenerentola am Opernhaus Halle wurde sie 1993 von der Fachzeitschrift „Opernwelt“ zur Nachwuchssängerinnen des Jahres gewählt.
Die wichtigsten Dirigenten, mit denen sie arbeitete sind Sir Colin Davis, Edo de Waart, Marc Soustrout, Silvio Varviso, Vittorio Negri, Carlo Rizzi, Patrick Summers, Graham Jenkins, Bernhard Kontarsky, Georg Schmöhe, David Robertson, James Loughran, Diego Masson, Walter E. Gugerbauer.

Auch als Konzert- und Liedsängerin ist Gabriele Erhard sehr gefragt, und gerade dem Liedgesang fühlt sie sich besonders verbunden. Herausragend waren diesbezüglich ihre Auftritte im Amsterdamer Concertgebouw im September 2001 und beim Mahler-Festival in Toblach 1999, da ihre warme Mezzostimme in Verbindung mit der sensiblen Gestaltungskunst für Mahler-Interpretionen ideal ist.
Gabriele Erhards Konzertrepertoire umfasst zudem alle wichtigen Alt-Partien von Bach über Beethoven, Mozart und Mendelssohn bis Frank Martin, und sie ist damit regelmäßig zu hören (u.a. Johannes-Passion im Münchner Herkulessaal mit dem Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Michael Gläser oder mit dem Weihnachtsoratorium in einer Konzertserie mit dem Combattimento Consort/ Amsterdam unter Jan Willem de Vriend).1994 trat sie zusammen mit dem San Francisco Symphony Orchestra in Vivaldis Magnificat auf, und konnte damit ihr Amerika Debut machen. Im Rahmen einer holländischen Fernsehproduktion mit dem Brabants Orkest unter Ed Spanjaard war sie in der Mezzopartie in Rossinis Stabat Mater zu erleben. In einer weiteren TV-Produktion mit dem spanischen Rundfunkorchester unter James Judd sang sie den Altpart in Mendelssohns Walpurgisnacht.

Von 2002 bis 2007 nahm Gabriele Erhard umfangreiche Lehraufträge im Fach Gesang an den Universitäten Augsburg und Regensburg wahr. Im September 2007 ist sie dem Ruf des Landeskonservatoriums in Innsbruck gefolgt, um eine Klasse für Sologesang zu leiten.